Schach Baden-Württemberg-Liga // Bebenhausen schafft vorzeitig den Klassenerhalt

In Lörrach ein Punkt gegen Brombach und Niederlage gegen Baden-Baden

LÖRRACH-STETTEN. Ganz in der Nähe des Wohnorts von Ottmar Hitzfeld schafften die Schachkoryphäen des SK Bebenhausen bereits in der viertletzten Runde der Baden-Württemberg-Liga den Klassenerhalt. Ein leistungsgerechtes 4:4 gegen den mit fünf Schweizern und einem Franzosen angetretenen Gastgeber vom SC Brombach reichte, um die letztes drei Runden ohne Druck spielen zu können. Das Match an der Schweizer Grenze im Lörracher Stadtteil Stetten begann mit vier Punkteteilungen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Ziemlich farblos war das Remis von Emran Hamid an Brett 3. Einige Mühe hatte der extra aus Kiel eingeflogene Dr. Philipp Kaulich (Brett 6), bis er seine Partie im Remishafen hatte. Haarsträubend war die Partie von Teamchef Martin Hartmann (2) gegen den Internationalen Meister Nicolas Brunner. Beide Spieler hätten mehrfach einfach gewinnen können. Große Anstrengungen kostete die Punkteteilung Farhad Khadempour (7), der ein kritisches Doppel-Turmendspiel halten konnte. Mit einer tollen Kampfpartie brachte Boris Latzke (5) die Schönbucher in Führung. Gegen den starken Internationalen Meister Guillaume Sermier wich der Gniebeler mehrfach einer Zugwiederholung aus und wurde am Ende für seinen Kampfgeist belohnt. Ebenfalls eine gelungene Partie spielte Lars Kasüschke (8). Bebenhausen war plötzlich mit 4:2 in Führung! In der Zwischenzeit hatte allerdings SKB-Präsident Rudolf Bräuning (4) seine eigentlich unverlierbare Partie verdorben und musste seinem Gegner zum Sieg gratulieren. Nun richteten sich beim Stand von 3:4 für Bebenhausen alle Augen auf das Spitzenbrett. Hier verteidigte der nach einer schweren Operation immer noch nicht mit vollen Kräften spielende Dr. Georg Braun gegen den Internationalen Meister Ioannis Georgiadis ein sehr schlecht stehendes Leichtfigurenendspiel.

Abwechselnd glaubten die Spieler und Zuschauer an ein Remis und an eine Niederlage für Dr. Braun. Bei knapper Zeit konnte der Mössinger die Stellung nicht mehr halten. Die Ernüchterung erfolgte abends im Hotel. Der Computer hält die Stellung kurz vor Schluß noch studienartig Remis. Für das menschliche Auge extrem schwer zu sehen. Die Goldersbachtäler waren ob des vorzeitig gesicherten Klassenerhalts trotzdem zufrieden und feierten ausgiebig.

Im Parallelkampf kam Bebenhausens bemitleidenswerter Reisepartner SC Böblingen 1975 I gegen Tabellenführer OSG Baden-Baden 1922 III mit 1,5:6,5 unter die Räder.

Alle Einzelergebnisse der 8. Runde der Baden-Württemberg-Liga: „https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=olbw&runde=8„.

Gegen den sehr souverän auftretenden Tabellenführer, die dritte (!) Mannschaft des Deutschen Rekordmeisters OSG Baden-Baden 1922, standen die Schönbucher am Sonntag vor einer fast unlösbaren Aufgabe. „Letztes Jahr haben wir in Baden-Baden auch nur mit 3.5:4,5 verloren. Das wollen wir in dieser Saison besser machen“ motivierte Teamchef Hartmann seine Mannen. Tatsächlich sollten die Goldersbachtäler den Kurstädtern erbitterten Widerstand leisten. Nach zwei Schwarzremisen von Khadempour (7) und Latzke (5) kamen Bräuning (4) und Hartmann (2) fürchterlich unter die Räder. Bräuning war der Bebenhäuser Pechvogel des Wochenendes. Nachdem er schon am Vortag eine deutlich bessere Stellung noch zum Verlust verdarb, griff er gegen die Frauen-Großmeisterin Ketino Kachiani-Gersinska vehement an. Kachiani-Gersinska, die 1989 und 1990 Mädchen-Weltmeisterin war und auch den Internationalen Meistertitel der Männer besitzt, Bräuning und alle Zuschauer dachten, dass Weiß die ehemalige Georgerin überrennt. Doch Kachiani-Gersinska verteidigte sich phantastisch und konterte den Schönbucher aus. Ebenfalls eine Lehrstunde erhielt Hartmann von Großmeister Philipp Schlosser.

Doch die Goldersbachtäler zeigten Kampfgeist. Dr. Kaulich (6) verkürzte mit einer abenteuerlichen Königsgambit-Partie auf 2:3 und Bebenhausens Entdeckung der Saison, Neuzugang Hamid (3) gelang gegen den starken Internationalen Meister Dennis Breder mit einer technisch hochwertigen Partie der 3:3-Ausgleich. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar, dass für das Team nichts herausspringen würde. Zwar versuchten Dr. Braun (1) und Kasüschke (8) verbissen, ihre hoffnungslosen Endspiele zu halten. Doch nach 92 (!) und 130 (!) Zügen mussten die Bebenhäuser aufgeben.

Im Parallelkampf raubte Gastgeber SC Brombach beim 4,5:3,5 dem SC Böblingen 1975 die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt.

Alle Einzelergebnisse der 9. Runde der Baden-Württemberg-Liga: „https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=olbw&runde=9„.

Die gemeinsamen Schlussrunden finden am 28. Februar und 1. März 2026 im elaya hotel in der Otto-Lilienthal-Straße 18 in 71034 Böblingen-Hulb statt. Sowohl beim Aufstieg in die 2. Bundesliga als auch beim Abstieg ist die ganz große Spannung allerdings verflogen.

Die Tabelle der Baden-Württemberg-Liga 2025/2026 nach der 9. Runde: „https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=olbw„.