Schach Baden-Württemberg-Liga // Bebenhäuser Schachkoryphäen ernüchtert
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Erneut dramatische Niederlage gegen den SV 1930 Hockenheim
HEILBRONN-BÖCKINGEN. Mit großen Erwartungen fuhr die erste Mannschaft des Schachklub Bebenhausen 1992 zum ersten Doppel-Spieltag der Baden-Württemberg-Liga-Saison 2026/2027 nach Heilbronn-Böckingen. Verstärkt durch die beiden Neuzugänge Internationaler Meister Ali Nassr (SK Ladenburg 1962) und FIDE-Meister Marc Werner (SG Donautal Tuttlingen 1920) wollte man zum ersten Mal mit dem Abstiegskampf in der dritthöchsten deutschen Liga nichts zu tun haben. Nach einem 5,5:2,5-Sieg gegen den ersatzgeschwächten Gastgeber Heilbronner SV II und einer dramatischen 3,5:4,5-Niederlage gegen den SV 1930 Hockenheim mussten die Schönbucher die Heimreise allerdings ernüchtert antreten.
Im Schachsport kann man in mehreren Ländern für einen Verein Mannschaftskämpfe bestreiten. Da am Wochenende auch die Spitzenligen in Frankreich und der Schweiz Spieltage hatten, hatten in Deutschland viele Legionärsteams große Personalprobleme. So gab es in der 1. Bundesliga, der 2. Bundesliga und in der Baden-Württemberg-Liga viele sensationelle Ergebnisse.
Der SK Bebenhausen hat als reines Amateurteam diese Probleme nicht. Leider fehlte mit Werner aufgrund von familiären Verpflichtungen jedoch auch ein Neuzugang. Für ihn rückte Teamsenior Christoph Frick ins Team. Nicht zu vergleichen mit den Personalsorgen von Heilbronns Zweitligareserve, die drei Stammspieler an die erste Mannschaft in die 2. Bundesliga abgeben musste. So war von Anfang an eigentlich nur die Frage, wie hoch der Sieg der Goldersbachtäler ausfallen würde. Doch die Unterländer leisteten heroischen Widerstand. Trotzdem brachten Rudolf Bräuning an Brett 6 und Frick (Brett 8) Bebenhausen mit 2:0 in Führung. Überraschend verlor dann Dr. Georg Braun, der am Spitzenbrett eine sehr gute Stellung gegen Philipp Huber verzockte. Siege von Teamchef Martin Hartmann (3) nach einer verwegenen Eröffnungsbehandlung und Nassr (4) mit starker Technik im Turmendspiel rückten die Verhältnisse wieder zurecht. Der Mannschaftssieg ließ jedoch noch auf sich warten, da sich Boris Latzke (5) beim Stand von 4:1 in guter Stellung verhedderte und aufgeben musste. Farhad Khadempour (7) machte mit einem souveränen Sieg zum 5:2 alles klar, während Emran Hamid (2) mit seiner Punkteteilung überhaupt nicht zufrieden war. In der Tat ließ der 27-jährige Pforzheimer in einer komplizierten Partie einige Siegchancen ungenutzt. Wirklich zufrieden waren die Schönbucher mit der 5.5:2,5-Ausbeute nicht. Vollends den Appetit beim Abendessen verschlug es ihnen, als sie sahen, dass die württembergischen Abstiegskonkurrenten Stuttgarter SF 1879 und SK Schmiden/Cannstatt 1880 zu hohen Siegen gegen die extrem ersatzgeschwächt angetretenen Spitzenteams der OSG Baden-Baden 1822 III und SC Brombach I kamen.
Die Einzelergebnisse:

Alle Einzelergebnisse der 1. Runde der Baden-Württemberg-Liga: „https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=olbw&runde=1„.
Gegen den vor wenigen Jahren noch mit Ex-Weltmeister Anatoli Karpow angetretenen Ex-Erstligisten SV 1930 Hockenheim wollten die Bebenhäuser Revanche für die knappe 3.5:4.5-Niederlage aus der Vorsaison nehmen. Doch es sollte nach einem dramatischen Spielverlauf wieder die bitterste aller Niederlagen setzen. Dabei begann der Mannschaftskampf durchaus hoffnungsvoll. Latzke (5) kam zu einem farblosen Schwarzremis, während Khadempour (7) sogar zu einem sehr glücklichen Schwarzsieg kam. Etwas überraschend verlor Nassr (4), der sich nach einem mutigen Figurenopfer eigentlich auf der Siegerstraße wähnte. Leistungsgerecht nach einer mit Glück überstandenen Schrecksekunde war das Remis von Braun (1) gegen Ex-Nationalspieler Großmeister David Baramidze. Beim Stand von 2:2 schien sich die Waagschale eher zu Gunsten der Goldersbachtäler zu neigen. Hamid (2) war am Drücker. Hartmann (3) schien gute Remischancen im Endspiel zu haben. Bräuning (6), der in schlechterer Stellung zwemal Remisangebote abgelehnt hatte, hatte das Gröbste überstanden und inzwischen vollen Ausgleich erreicht. Die größten Hoffnungen ruhten auf Frick (8), der seinen Gegner Zug um Zug zu überspielen schien. Nachdem Hamid nicht gewinnen konnte und in eine Punkteteilung einwilligen musste, gab es bei Bräuning eine erfreuliche Entwicklung. Nach einem unglaublichen Patzer musste sein Gegner die Partie aufgeben, sodass Bebenhausen mit 3,5:2,5 in Führung ging. Doch an den beiden verbliebenen Brettern zogen immer mehr Gewitterwolken auf. Durch die Last des Mannschaftskampfes verzettelte sich Frick völlig und musste schließlich seinem Gegner zum vielumjubelten Sieg gratulieren. Nachdem Hartmann sein Endspiel nicht mehr halten konnte, war die Bebenhäuser Tristesse perfekt.
Durch die Wettbewerbsverzerrung kam Stuttgart am Sonntag zu einem Sieg gegen Brombach und Schmiden/Cannstatt zu einem 4:4 gegen den letztjährigen Meister Baden-Baden III. Der gegen ein ebenfalls extrem ersatzgeschwächtes Team des Oberligameisters Heilbronner SV II errungene Sieg der Schönbucher war damit nichts wert. Bei bis zu 4 Absteigern wird wieder Abstiegskampf bis zur letzten Runde angesagt sein.
Dem Auswärtsspiel bei Reisepartner SF Deizisau am 15. November 2026 kommt schon entscheidende Bedeutung zu.
Die Einzelergebnisse:

Alle Einzelergebnisse der 2. Runde der Baden-Württemberg-Liga: „https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=olbw&runde=2„.
Die Tabelle der Baden-Württemberg-Liga 2026/2027 nach der 2. Runde: „https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=olbw„.
