Bebenhausen kassiert unnötige Niederlage
Bebenhausen kassiert unnötige Niederlage
TÜBINGEN. In der ersten Runde der Oberliga Württemberg musste die erste Mannschaft des Schachklubs Bebenhausen eine unnötige 3,5:4,5-Niederlage gegen den Schachclub Böblingen einstecken.
Zu Beginn des Wettkampfs blickte Bebenhausen hoffnungsvoll auf die Partien von Andreas Carstens und Ulrich Trettin am vierten bzw. achten Brett. Während Carstens in einem Najdorf-Sizilianer seine tiefe Eröffnungsvorbereitung demonstrierte, erreichte Trettin mit unorthodoxem Spiel ein gewonnenes Endspiel mit einem gesunden Mehrbauer. Weil Carstens aber einige Chancen ausließ, konnte er mit viel Glück schließlich nur noch ein gegnerisches Remisangebot annehmen. Trettin opferte leichtsinnig eine Qualität, was ebenfalls zu einer Punkteteilung führte.
Die erste Niederlage in der neuen Oberliga-Saison musste Farhad Khadempour (3) einstecken. Bereits in der Eröffnung geriet er in eine passive Stellung, die er in eigener Zeitnot auch schlecht verteidigte. Eine gute Leistung zeigte dagegen David Wendler (7), der in dieser Saison erstmals Stammspieler im Bebenhäuser Oberligateam ist. In der Königsindischen Verteidigung opferte Wendler einen Bauern im Geiste des Wolga-Gambits, was zu einem komplexen Mittelspielkampf führte, den der Bebenhäuser schließlich für sich entschied.
Beim Zwischenstand von 2:2 zeichnete sich eine knappe Niederlage von Bebenhausen ab. Während Boris Latzke (5) im Mittelspiel keinen Plan gegen einen gegnerischen Königsangriff fand, gerieten Rudolf Bräuning (2) und vor allem Jürgen Roth (6) in unbequeme Endspielstellungen. Am Spitzenbrett hielt Georg Braun mit einer soliden Leistung dem Schweizer Internationalen Meister Gabriel Gähwiler stand, konnte aber keine ernsthaften Gewinnchancen generieren.
Nach dem Remis von Braun und der Niederlage von Latzke waren die Rollen bei den noch spielenden Bebenhäusern klar verteilt. Während Bräuning versuchte, in der Zeitnotphase die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden, musste Roth sein Endspiel ins Remis retten. Zwar kam Bräuning nicht über ein Remis hinaus, dafür gelang es zu allgemeiner Überraschung Roth, die Lage völlig zu drehen und in ein Springerendspiel mit Mehrbauer abzuwickeln. Lange mühte er sich, dieses zu gewinnen, und bereitete der Böblinger Mannschaft dabei bange Momente, doch schließlich reichte es doch nur für ein Unentschieden.
Für die Bebenhäuser beginnt die neue Saison insgesamt mit einer ärgerlichen und vermeidbaren Niederlage. Da die Oberliga Württemberg wie auch in den Vorjahren gemessen an der Spielstärke recht homogen ist, könnte sich diese im Abstiegskampf rächen.
Am 14.10 spielt der Schachklub Bebenhausen auswärts gegen die zweite Mannschaft des Bundesligavereins Deizisau. Besonders gespannt auf dieses Match dürfte Bebenhausens Spitzenspieler Georg Braun sein, der vermutlich gegen den Internationalen Meister Frank Zeller spielt, und damit gegen den stärksten Spieler Tübingens und seinen langjährigen Trainer und Mentor.