Bebenhausen qualifiziert sich für die Deutsche Meisterschaft
Blitzschach
Bebenhausen qualifiziert sich für die Deutsche Meisterschaft
KORNTAL-MÜNCHINGEN. In der Oberliga Württemberg steht der Schachklub Bebenhausen eine Runde vor Schluss mit dem Rücken zur Wand und kann nur noch durch einen Sieg gegen Biberach die Klasse halten. In ihrer Spezialdisziplin, dem Blitzschach, konnten die Goldersbachtäler ihr Können aber unter Beweis stellen und sind nun als Württembergischer Vizemeister für die Deutschen Blitz-Mannschaftsmeisterschaften in Gladbeck qualifiziert. Neuer württembergischer Meister wurde die mit drei Legionären angetretene erste Mannschaft von Zweitligist Schönaich.
Die Schönbucher starteten mit klaren Siegen gegen Schwaigern, Oberligakonkurrent Schwäbisch Gmünd und Willsbach gut ins Turnier. Bereits in der vierten Runde ging es für Bebenhausen gegen den ersten Mitfavoriten, die Mannschaft des Heilbronner SV. Während David Wendler an Brett 4 das Jugendduell gegen seinen Dauerrivalen Simon Degenhard gewann, unterlief Rudolf Bräuning (Brett 2) in vorteilhafter Stellung ein partieentscheidender Blackout. Nachdem Christoph Frick (3) in Verluststellung geriet, rettete Georg Braun (1) mit viel Glück noch das Mannschaftsremis, indem er seinen einstigen Jugendkonkurrenten Enis Zuferi besiegte.
In Runde 6 gewannen die Goldersbachtäler gegen den SK Schmiden/Cannstatt 1880 mit 3:1 und feierten damit eine kleine Revanche für ihre jüngste Niederlage in der Liga. Direkt im Anschluss ging es gegen die erste Mannschaft von Biberach, welcher nicht zuletzt wegen den Ex-Bebenhäusern Bernhard Sinz und André Fischer große Chancen auf einen der erste beide Plätze eingeräumt wurde. Mit 3,5:0,5 gewannen die Goldersbachtäler dieses wichtige Spiel vergleichsweise souverän, und legten mit knappen Siegen gegen Wernau, Ebersbach und Biberach II nach.
In der 16. Runde traf Bebenhausen auf die vier stärksten Stammspieler von Oberligist SC Böblingen 1975. Während Bräuning eine klare Niederlage einstecken musste, konnten Frick und Wendler Siege einfahren. Dramatisch endete die Partie von Braun am Spitzenbrett. In völliger Schachblindheit hatte dieser eine Figur geopfert und konnte daher eine Niederlage somit nur noch auf der Uhr abwenden. Als sein Gegner mit wenigen Sekunden auf der Uhr die Stellung durch eine Kombination vereinfachen wollte, provozierte Braun mit einem unerwarteten Zug, dass sein Gegner die falsche Figur berührte und deshalb wenig später die Bedenkzeit überschritt. Dies bedeutete einen vielumjubelten 3:1-Sieg gegen eines der stärksten Teams der Oberliga.
Ihre erste Niederlage mussten die Goldersbachtäler in Runde 17 gegen die stark besetzte zweite Mannschaft des TSV Schönaich hinnehmen. Die Goldersbachtäler verloren glatt 0:4 und ärgerten sich anschließend umso mehr wegen zweier Mannschaftsunentschieden gegen Pfullingen und Schönaich III, wobei die Bebenhäuser mit dem Remis gegen den Lokalrivalen noch gut bedient waren. Nachdem der größte Verfolger Biberach das direkte Duell gegen Heilbronn verlor und in Runde 24 gegen Schmiden/Cannstatt remisierte, war den Goldersbachtäler der zweite Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen. In der 27. und letzten Runde ging es für Bebenhausen gegen den Tabellenführer TSV Schönaich I, der aber aufgrund der besseren Brettpunkte bereits uneinholbar in Führung lag. Daher konnten die Bebenhäuser drei Niederlagen gegen drei kroatische Meisterspieler verschmerzen, einzig Wendler erreichte am vierten Brett ein Remis.
In der Endtabelle kommt Bebenhausen mit 47 von möglichen 54 Mannschaftspunkten hinter Schönaich I auf den zweiten Tabellenplatz. Nur diese beiden Mannschaften haben sich für die deutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft qualifiziert, welche am 8. Juni in Gladbeck ausgetragen wird. Bei dieser werden rund 25 Mannschaften und viele Großmeister aus der ganzen Welt teilnehmen.
Mit ihrer Vorstellung haben die Goldersbachtäler nicht nur sich selbst beeindruckt. „Bebenhausen ist beim Blitzen ein Phänomen“, bemerkte der FIDE-Meister David Ortmann, der mit Böblingen auf Platz 6 landete.
In der Endtablle liegt Schönaich II auf dem dritten Platz, noch vor Heilbronn und Biberach. Bemerkenswerterweise haben Schönaich II und Heilbronn mehr und Biberach genau gleich viele Brettpunkte wie Bebenhausen erzielt, aber weniger Mannschaftspunkte. Mit diesem Phänomen sind die Bebenhäuser – in anderer Rollenverteilung – aus der Oberliga vertraut.
Die Einzelbilanzen der sehr homogenen Mannschaft des SK Bebenhausen:
1. Brett: Georg Braun 21 Punkte aus 27 Partien
2. Brett: Rudolf Bräuning 20 Punkte aus 27 Partien
3. Brett: Christoph Frick 18 Punkte aus 27 Partien
4. Brett: David Wendler 18,5 Punkte aus 27 Partien
INFO: Blitzschach ist die extremste Wettkampfform des Schachspiels. Beiden Spielern wird für jede Partie nur eine Bedenkzeit von 5 Minuten eingeräumt. Eine Überschreitung der Bedenkzeit ist gleichbedeutend mit dem sofortigen Partieverlust.
Bericht Schachverband Württemberg mit Bildern, Abschlusstabelle und Kreuztabelle: http://www.svw.info/referate/spielbetrieb/bmm/14345-wmm-blitz-2019-der-tsv-schoenaich-1-holt-den-titel-3
Vorbericht Deutsche Mannschaftsblitzmeisterschaft Gladbeck: https://www.waz.de/sport/lokalsport/gladbeck/schachelite-kommt-im-juni-2019-zur-blitz-dm-nach-gladbeck-id216098075.html
Einzelergenisse sind im Anhang.